Rachmaninoff • Symphonic Dances Op. 45 I. Allegro (Fragment)

Live recording • Zaryadye Concert Hall (Moscow)

• October 13th, 2019

 

Beethoven • The Ninth Symphony

Live recording • Zaryadye Concert Hall (Moscow) • November 25th, 2018

 

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Die kurze Blütezeit der sowjetischen Avantgarde brachte auch ein einzigartiges Orchesterprojekt hervor. Die Ideale künstlerischer Freiheit und Gleichheit aller Kunstschaffenden führten im Zuge der Russischen Revolution zur Gründung eines sinfonischen Orchesterensembles, das aus Überzeugung auf einen Dirigenten verzichtete. Durch die charakteristische Anordnung der Musiker im Kreis entstand eine völlig neue sinfonische Aufführungspraxis, in der jeder einzelne Musiker wie in einem Kammermusik-Ensemble für die Interpretation verantwortlich war. Das Ensemble nannte sich PERSIMFANS. Ein Name, der durch die Zusammenziehung des russischen „Perwy Simfonitscheski Ansambl“ (Erstes Symphonisches Ensemble“) entstand.

Das vom Violin-Professor am Moskauer Konservatorium Lev Zeitlin 1922 gegründete Orchester PERSIMFANS prägte zehn Jahre lang die Kulturlandschaft der russischen Hauptstadt und beeindruckte große Musiker: Sergei Prokofjew spielte Anfang 1928 bei seinem ersten Besuch in der Heimat nach mehrjährigem Exil zwei Konzerte mit PERSIMFANS, darunter sein 3. Klavierkonzert.

PERSIMFANS wurde mit seinem progressiven Ansatz zu einem Vorreiter radikaler Kunst-Experimente und zu einem der modernsten Klangkörper seiner Zeit, bis das immer autoritärer werdende Sowjetregime sowohl der Avantgarde als auch PERSIMFANS ein jähes Ende bereitete. PERSIMFANS blieb jedoch Kennern als eine realisierte Utopie in Erinnerung.

Geschichte

PERSIMFANS

DE | EG

Die Wiedergeburt der europäischen Avantgarde

"Anarchischer Geist in

musikalisch-theatralischer Aktion"

SWR2, 05.10.2017

Eines der interessantesten und wegweisendsten Projekte der kurzen sowjetischen Kulturblüte war das Ensemble PERSIMFANS. Der 1922 in Moskau gegründete Klangkörper spielte in Einklang mit den Idealen der Russischen Revolution als Musikerkollektiv. Damit bewies PERSIMFANS, dass ein Orchester auch ohne die Autorität des Dirigenten zu Spitzenleistungen in der Lage ist. 

2008 gründete der Moskauer Klangkünstler Peter Aidu das während der Stalinistischen Kulturrepression aufgelöste Orchester PERSIMFANS neu. Der Enkel eines der Ursprungsmusiker von PERSIMFANS ist davon überzeugt, dass das in der Kammermusik gängige Prinzip des Zusammenwirkens gleichberechtigter Musiker auch heute auf ein Sinfonieorchester übertragen werden kann. 

Die Instrumentalisten der jetzigen Formation, die aus führenden Orchestern Moskaus stammen, gehen aber auch über das ursprüngliche Konzept hinaus: PERSIMFANS versteht sich inzwischen als Art-Group, die sich der Wiederbelebung jener Utopien der europäischen Avantgarde verschrieben hat, die durch die Diktaturen des 20. Jahrhunderts zerstört wurden. Mit virtuosem Zusammenspiel, interpretatorischer Frische, Wagemut und Fantasie verbindet PERSIMFANS so unterschiedliche Kunstsparten wie Ballett, Theater oder Performance und überbrückt spielend den Graben, der oft Künstler und Publikum voneinander trennt.

 

3. Oktober 2016

Persimfans im Großen Saal des Moskauer Konservatoriums Im Programm: R. Wagner Vorspiel zu „Parsifal“, K. Liadov „Zaubersee“, P. Tschaikovsky „Romeo und Julia“, A. Skriabin „Träume“, A. Mossolov „Die Eisengießerei, A. Lebedev Klavierkonzert, S. Prokofjew „Ode an das Ende des Krieges“.

Spektakuläre PERSIMFANS-Projekte wie die interaktive Klang-Ausstellung „ReConstruction of Noise“ (2012) und das theatralisch-multimediale Bühnenkonzept „Reconstruction Utopia“ wurden nicht nur vom Publikum in Musikmetropolen wie Moskau, St. Petersburg, Wladiwostok, Perm oder Berlin gefeiert, sondern auch mit Preisen wie dem Sergey Kuryokhin Modern Art Award 2014 ausgezeichnet. 

2012 initiierte PERSIMFANS ein Fusions-Projekt in Norwegen, bei dem drei Klangkörper aufeinandertrafen, um nach der PERSIMFANS-Maxime ein sinfonisches Programm ohne Dirigent zu spielen. Auf dem Programm standen unter anderem das selten gespielte Klavierkonzert von Alexander Mossolow, Tschaikovskys „Romeo und Julia“ sowie Rimski-Korsakovs Ouvertüre zu „Ruslan und Ljudmila“.

7. Oktober 2017

Persimfans im Mendelssohn-Saal der Tonhalle Düsseldorf
Im Programm: Y. Meitus „Dneprostroi“, P. Hindemith „Kammermusik Nr.1“, E. Meisel Musik zu Eisensteins „Panzerkreuzer Potemkin“, A. Mossolov Klavierkonzert, Streichquartett, K. Schwitters „Die Ursonate“.

Das Deutschland-Debüt von PERSIMFANS fand am 7. Oktober 2017 in der Tonhalle Düsseldorf mit einem Fusions-Projekt unter dem Titel „Sound der Utopie“ statt. Ähnlich wie 2012 in Norwegen inspirierte PERSIMFANS das gastgebende Orchester dazu, sich auf sein dirigentenloses Abenteuer einzulassen. PERSIMFANSer und Musiker der Düsseldorfer Symphoniker bildeten gemeinsam einen Kreis auf der Bühne und spielten unter anderem die Suite „Dneprostroi“ von Yuliy Meitus als deutsche Erstaufführung, Edmund Meisels lange verschollene Musik zu Eisensteins Stummfilm-Klassiker „Panzerkreuzer Potemkin“ und die Sinfonische Rhapsodie Oktober von Joseph Schillinger. (Pressespiegel) Ein Gegenbesuch der Düsseldorfer Musiker in Moskau schließt das Austauschprojekt am 14. Dezember 2017 im Tschaikovsky-Saal der Moskauer Philharmonie ab.

Representation abroad
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