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Foto: Shane Shu

Bravo-Rufe für einen virtuosen Pianisten

Rheinische Post | Von Barbara Mühlenhoff | Juli 2015

Kleve
…So war der Blumenhof im Forstgarten bis auf den letzten Stuhl und auch auf dem Rasen voll besetzt. Mit Severin von Eckardstein gab es dann ein Eröffnungskonzert der Meisterklasse: er präsentierte sich als feinsinniger, dabei zupackender Tastenvirtuose mit großem Sinn für Klangschönheit und musikalischen Inhalt.

Gleich zu Beginn erweiterten die Auszüge aus den romantischen Stimmungsbildern von Richard Strauss zum einen den Horizont der Hörer und zum anderen verstand von Eckardstein es, den erzählerischen Duktus mit sprechend klarem Anschlag ohne viel "Show" zu interpretieren. Ebenso das charmant gespielte Valse-Impromptu von Franz Liszt. Beeindruckend danach, wie der Pianist mit Transkriptionen aus Teilen von Richard Wagners - im Original durchaus drückend-schweren - "Ring der Nibelungen" begeisterte: angenehm und raffiniert setzte von Eckardstein "Siegmunds Liebesgesang", den "Feuerzauber" und den "Walkürenritt" um, durchaus machtvoll und dramatisch, aber frisch.
Eine Kunst, so mächtige Musik auf das Solo-Klavier zu transkribieren und dann gekonnt umzusetzen. Johannes Brahms Rhapsodie und Klavierstücke bereiteten den Weg zu den "Märchen" des Komponisten Nikolai Medtner. Severin von Eckardstein setzt einen seiner Schwerpunkte auf die anspruchsvolle spätromantische Musik auch weniger oft gespielter Komponisten wie Medtner. Dessen "Märchen" op. 48 Nr. 1 ließ er durch den Forstgarten schwingen, eine lyrische Erzählung von wundervoller Eigenart, von einer intimen Poesie durchweht. Zum Schluss dann Frédéric Chopins Polonaise op. 53, die "Heroische", mit halsbrecherischen Ostinato-Oktaven im Mittelteil, ein wirkungsvolles Bravourstück sowohl von Komponist, als auch Pianist.

Dass von Eckardstein auch Swing im Blut hat bewies die Zugabe: "Tico Tico no fubá", ein lateinamerikanischer Hit von Zequinha de Abreu, ließ alle Füße zucken und Köpfe mitwippen.
Bei aller Bescheidenheit seines Auftretens entfesselte von Eckardstein virtuose Kräfte für ein durchweg begeistertes Publikum und zeigte sich als sensibler Musikvermittler mit ausgereifter Technik, die er in den Dienst einer durch Klangsinn geprägten Interpretation stellt. Bravo-Rufen belohnten das Konzert.
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